Sommerempfang 2023

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Netzwerk mit Naturverstand

Beim diesjährigen LFBNÖ Sommerempfang stand für rund 200 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Behörde, Partnerorganisationen und Schwesterverbänden der „Naturverstand“ im Vordergrund. Überzeugung herrscht dahingehend, dass die aktuellen gesellschafts- und umweltpolitischen Entwicklungen neben klugen handelspolitischen Entscheidungen auch mit dem „Naturverstand“ im Einklang zu bringen sind. Einen würdevollen Rahmen für die Gespräche bot das Ambiente des Zisterzienserstiftes Lilienfeld. Die bewegende Geschichte und das besondere kulturelle Erbe konnten die Gäste in einer exklusiven Führung kennenlernen. 

 

Eigentum – stärkster Garant für Nachhaltigkeit

In seiner Eröffnungsrede scheute der Obmann ÖKR DI Markus Hoyos nicht, kritische Themen anzusprechen. Der Klimawandel schreitet voran. Es gibt wieder Krieg mitten in Europa. Versorgungssicherheit ist nicht mehr selbstverständlich. Vor diesem Hintergrund äußerte der Verbandsfunktionär sein Unverständnis über die zunehmenden Regulierungen. Er sieht darin eine Fehlentwicklung und keine Lösungskonzepte für Klimawandel oder Versorgungssicherheit.

Vielmehr würden Vielseitigkeit, Innovation, Individualität vor Ort und vor allem kooperative Ansätze für die gegenwärtigen Herausforderungen Voraussetzung sein. Eigentum bringt diese Voraussetzungen mit und ist der stärkste Garant für Nachhaltigkeit. Gerade die land- und forstwirtschaftlichen Familienbetriebe beweisen dies seit Jahrzehnten und Generationen.

Kontraproduktiv in diesem Zusammenhang seien Neiddebatten und Klassenkampf, befeuert durch die Forderung nach Substanzbesteuerung. Diese würde nicht nur die Wirtschaft schwächen, sondern vor allem die Versorgungssicherheit in Gefahr bringen. Wenn über Steuern diskutiert wird, dann über Steuern auf Ertrag. Klare Worte fand Obmann Hoyos auch zu den aktuellen Marktverwerfungen, welche auf einen Solidaritätskorridor zurückzuführen sind, der den europäischen Markt mit Billig-Weizen überschwemmt. Er fordert dahingehend ein rasches Handeln. Den Krieg in der Ukraine auf dem Rücken und Kosten der europäischen familienbetriebenen Landwirtschaft auszutragen, bedroht die Produktion hochwertiger Agrarerzeugnisse nachhaltig.

 

Mut spricht im Anschluss Abt Pius Maurer, Hausherr des „Waldklosters“, zu. Das Stift Lilienfeld sei ein Ort mit langjähriger Tradition und gebe Zeugnis dafür ab, dass etwaige große Herausforderungen bisher immer gut überstanden werden konnten.

Generalsekretär des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft, DI Günter Liebel, überbrachte die Grußbotschaft von Bundesminister DI Norbert Totschnig und hob die positiven Aspekte hervor, indem er das Engagement der Menschen im land- und forstwirtschaftlichen Bereich würdigte. Nicht unerwähnt blieben in diesem Zusammenhang die zahlreichen Maßnahmen, welche die aktuelle Regierung für die Land- und Forstwirtschaft getroffen hat, um gegenwärtige schwierige Situationen abzufedern wie zum Beispiel steigende Preise im Energiesektor. Mit dieser Aufzählung an Paketen unterstrich er, dass die Anliegen der Branche von der Politik gehört und ernst genommen werden.

Leistung muss sich lohnen

In Vertretung von Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner folgte LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf mit einer klaren Botschaft der Einladung. Mit der Aussage „Leistung muss sich lohnen“ unterstrich er, aktive nachhaltige Bewirtschaftung ist der einzige richtige Weg. Er betonte auch, dass Österreich mit Norbert Totschnig einen Minister habe, welcher hinter der heimischen Landwirtschaft stehe. Unmissverständlich positionierte er sich auch bei der Debatte rund um Substanzsteuern und erteilt Eigentumssteuern eine klare Absage genauso wie unrealistischen Reduktionzielen bei Pflanzenschutzmitteln. Zudem sieht er Initiative, wie die Wiederherstellungsverordnung auf Europäischer Ebene ebenso kritisch und nimmt Bezug, dass der Agrarausschuss im Europäischen Parlament mit einem Gegenvotum klare Signale gesetzt hat. Allerdings warnt er davor, dass es gefährlich werden könnte, wenn einzelne Mitgliedsstaaten Initiativen wie die Wiederherstellung umsetzen würden.

Neben einem Abend, der geprägt war vom Besuch hochkarätiger Gäste und unserer Verbandsmitglieder, stand das wundervolle Ambiente des Stiftes Lilienfeld im Mittelpunkt. Das kulturelle Erbe im Stift mit Gemäldegalerie und Prälaturkapelle erstaunte. Zudem gab es im Rahmen einer Jubiläumsausstellung einen Einblick, wie Johann Ladislaus Pyrker, einer der bedeutendsten Äbte des Stiftes, Lilienfeld und die gesamte Region nachhaltig kulturell und wirtschaftlich prägte.

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Bildergalerie Sommerempfang 2023

Fotocopyright Marianne Feiler/LFBNÖ