Vollversammlung 2026

Gemeinsam die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft gestalten

Anfang Oktober fand die Vollversammlung der Land&Forst Betriebe Niederösterreich in Wien statt. Neben den statutengemäßen Regularien standen der Rückblick auf die Verbandstätigkeiten des vergangenen Jahres sowie aktuelle agrar- und forstpolitische Entwicklungen im Mittelpunkt.

Eine Vollversammlung ist mehr als eine Bilanz des vergangenen Jahres. Sie bietet auch Gelegenheit, wichtige Entscheidungen zu treffen und die Weichen für künftige Aufgaben und Schwerpunkte zu stellen. Dementsprechend widmete sich die diesjährige Vollversammlung einer Reihe aktueller Herausforderungen: der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), den Auswirkungen von Dürre und Trockenheit im Zusammenhang mit dem Klimawandel, den forstpolitischen Rahmenbedingungen sowie umwelt- und naturschutzpolitischen Themen wie der EU-Wiederherstellungsverordnung.

Klare Positionen auf europäischer Ebene

Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, ging in seinen Grußworten ausführlich auf die Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen der EU und die damit verbundene Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik ein. Dabei bezog er klar Stellung: „Wir lehnen jede Form von hartem Capping und Degression ab und dafür engagieren wir uns.“

Darüber hinaus informierte Mylius über den aktuellen Stand bei der Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung. Er betonte, dass der Verband weiterhin einen pragmatischen Ansatz verfolgt, der auf Freiwilligkeit und einer gesicherten Finanzierung beruht. Ebenso setzt sich der Verband nach wie vor für ein umfassendes Omnibus-Verfahren auf europäischer Ebene ein, um bestehende Verordnungen und Gesetzesinitiativen zu entflechten und bürokratische Belastungen zu reduzieren.

Abschließend bedankte sich Mylius bei den Mitgliedern für ihr Vertrauen und ihre Verbundenheit. Diesem Dank schloss sich auch der Obmann der Land&Forst Betriebe Niederösterreich, Markus Hoyos, an. Er unterstrich die besondere Bedeutung der Loyalität und des Engagements aller Mitglieder und Funktionäre für eine starke Interessenvertretung.

Klimawandel und politische Rahmenbedingungen als zentrale Herausforderungen

In seinem umfassenden Tätigkeitsbericht machte Markus Hoyos deutlich, dass die Land- und Forstwirtschaft vor großen Herausforderungen steht. Zahlreiche Gesetzesinitiativen und steigende Anforderungen an die Bewirtschaftung seien aus seiner Sicht zunehmend ideologisch geprägt und würden die praktische Realität der Betriebe zu wenig berücksichtigen.

Gleichzeitig seien die Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher spürbar. Das laufende Jahr habe mit gravierenden Ernteausfällen gezeigt, wie stark sich extreme Wetterereignisse auf die land- und forstwirtschaftliche Produktion auswirken können. Auch langfristige Folgen für Felder und Wälder seien zu erwarten. Umso wichtiger sei es, die Betriebe auf diese Entwicklungen vorzubereiten und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Mit Blick auf die Verhandlungen zur künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik bekräftigte Hoyos die klare Position des Verbandes: „Jeder Hektar ist gleich viel wert.“ Für diesen Grundsatz werde sich der Verband weiterhin mit Nachdruck einsetzen.

Dürreschäden, Risikoabsicherung und angespannte Märkte

Auf die aktuellen agrarpolitischen Entwicklungen ging Vizepräsident Ernst Heinrich Harrach näher ein. Er erläuterte das Ausmaß der Dürreschäden und beleuchtete das Hilfspaket der Bundesregierung. Zugleich zeigte er auf, welche Lehren aus den jüngsten Entwicklungen zu ziehen sind und wo aus Sicht des Verbandes Handlungsbedarf besteht – insbesondere bei der Weiterentwicklung der Risikoabsicherung für die Betriebe.

Wie volatil und angespannt die Märkte derzeit sind, verdeutlichte Harrach am Beispiel der Zuckerrübe. Mit deutlichen Worten beschrieb er die schwierige Situation der heimischen Zuckerproduktion: „Der Markt erodiert und es kann sich heuer Österreich mit Zucker nicht mehr selbst versorgen. Die Eigenversorgung geht verloren.“

Damit verwies er auch auf die zunehmende Bedeutung globaler Marktentwicklungen und internationaler Preisbewegungen für die heimischen Betriebe.

Gemeinsam für eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft

Im Anschluss an die Vollversammlung stand Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich und designierter Präsident, den Mitgliedern und Funktionären für einen Austausch über aktuelle Branchenthemen zur Verfügung.

Auch Mayr hob die Bedeutung einer produzierenden, nachhaltig wirtschaftenden Land- und Forstwirtschaft hervor und ging auf die bevorstehenden Herausforderungen ein.

Im Mittelpunkt des gemeinsamen Austauschs stand schließlich der Appell, die agrar- und forstpolitischen Interessen auch künftig geschlossen und Schulter an Schulter zu vertreten. Unter dem gemeinsamen Grundsatz „Jede Fläche ist gleich viel wert“ gilt es, die politischen Diskussionen aktiv mitzugestalten und den vielfältigen land- und forstwirtschaftlichen Familienbetrieben langfristig eine Perspektive für die Bewirtschaftung ihrer Flächen zu sichern.